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SPD Böhmfeld.

Halbzeitbilanz :

SPD und FW Böhmfeld haben Neun-Punkte-Wahlversprechen fast eingelöst
Halbzeitbilanz von Wahlperiode 2002 bis 2008 mobilisierte viele Genossen und
Freie Wähler

Böhmfeld (sdr) Vieles, aber nicht alles was versprochen war, sei bereits
realisiert, aber man habe ja noch weitere drei Jahre Zeit, resümierte
Bürgermeister Alfred Ostermeier beim kürzlichen Treffen der Böhmfelder
SPD-Anhänger und der Freien Wähler im Kotterhof anlässlich der Halbzeit der
Wahlperiode 2002 bis 2008. Zum Sprecher der Genossen und der Freien Wähler,
die seit 1978 ein Team sind, bestimmte man am Rande der Zusammenkunft Josef
Sterzl, Gemeinderat und Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Böhmfeld. Der bisherige
Sprecher der Freien Wähler, Gemeinderat Martin Bast, legte sein Amt aus
Altersgründen nieder.

"Wir wollen einen offenen Jugendtreff einrichten, die Alte Schule sanieren
und möglichst zusammen mit der Pfarrei neu nutzen, die Grundschule erhalten, die
Abwasserfrage lösen, preisgünstiges Bauland schaffen, das Geld der Gemeinde
sparsam und zielgenau einsetzen, in allen Bereichen enkelverträglich
handeln, unter Berücksichtigung des Zeitwandels den dörflichen Charakter Böhmfelds
bewahren sowie das Bürgerengagement, die offene Kommunikation und eine
breite ländliche Kultur fördern." Mit diesem Neun-Punkte-Programm überzeugten die
Böhmfelder Genossen und ihr Spitzenmann Ostermeier, der seit 1984 erster
Bürgermeister ist, sowie die Freien Wählen bei der Kommunalwahl vor drei
Jahren einen Großteil der wahlberechtigten Böhmfelder und sicherten sich die
Mehrheit im Gemeindegremium für die Wahlperiode 2002 bis 2008.

Punkt für Punkt gingen Bürgermeister Alfred Ostermeier und Josef Sterzl,
Vorsitzender des SPD-Ortsvereins, die Liste der Ziele durch: "Seit fast drei
Jahren haben wir im ausgebauten Dachboden der früheren Gemeindekanzlei einen
Treffpunkt für 13- bis 17-Jährige, für die Freiwillige Feuerwehr und für die
Rotkreuzbereitschaft."

Nicht erreicht worden sei bislang eine tragfähige Lösung für die Alte Schule
im Zusammenwirken mit der Pfarrei Sankt Bonifatius, bedauerte der
Bürgermeister. Nicht in Frage komme, entgegen kursierender "Weg mit dem alten
Glump"-Ansichten, ein Abriss des markanten, ortsprägenden, aus dem Ende des
19. Jahrhunderts stammenden Gebäudes mit den großzügigen, hellen Räumlichkeiten,
betonte Ostermeier, und Sterzl schloss sich seiner Meinung an. Undenkbar sei
auch die Schaffung einer Grünanlage oder eines Parkplatzareals für
Kindergarten und Friedhof auf dem Gelände der Alten Schule, was auch schon angeregt
worden sei. Aus finanzieller Sicht stehe der Sanierung in den Jahren 2006 und 2007
nichts im Wege, so der Bürgermeister. Sie sei auch bereits mit einem
Gesamtbetrag von rund 700.000 Euro im Investitionsprogramm der Gemeinde
enthalten, allerdings fehlten bislang noch konkrete Vorstellungen über eine
künftige sinnvolle Nutzung. Um die Bausubstanz zu sichern und Unfallgefahr
abzuwenden, sollen in nächster Zeit gebrauchte Dachrinnen und provisorische
Fenster montiert bzw. eingebaut und ein maroder Kamin abgetragen werden.

"Der Schulverband Böhmfeld-Hitzhofen arbeitet reibungslos zusammen",
informierte Ostermeier. Man sei guter Hoffnung, dass das so bleibe und der
Grundschulstandort Böhmfeld gesichert sei.

Trotz jahrelanger heftiger Gegenwehr, auch auf gerichtlichem Wege, sei es
der Gemeinde nicht gelungen, die Planungshoheit bei der Abwasserentsorgung zu
behalten, machte der Bürgermeister deutlich. Als letzte Gemeinde im
Jurakarstgebiet habe sie sich den Auflagen des Wasserwirtschaftsamtes
gebeugt. Die günstigste Lösung sei die Ableitung des ungeklärten Böhmfelder Abwassers
zur Zentralkläranlage (ZKA) Ingolstadt-Nord in Mailing. Nach den
Osterfeiertagen sei mit dem Verlegung der Druckleitung von Böhmfeld über
Rackertshofen nach Wettstetten zum Kanalsystem der ZKA begonnen worden. Der
Durchmesser der Druckleitung sei deswegen ziemlich gering bemessen worden,
um Schmutzwasserstagnation und daraus resultierende Faulgerüche zu vermeiden,
erklärte der Gemeindechef. Er reiche aber für eine Pumpleistung von 13
Litern pro Sekunde aus. In der Kläranlage werden unter anderem zusätzlich zum
bestehenden Regenrückhaltebecken das Belebungsbecken und der Schönungsteich
zu weiteren Regenrückhaltebecken umgebaut. Da er jetzige Schönungsteich einen
Retentionsbodenfilter bekomme, könne bei anhaltenden Niederschlägen das
gereinigte Überschussniederschlagswasser über den Tongraben zu den
Feuchtbiotopen im Wurmgarten fließen. Ende 2005 werden alle Baumaßnahmen
abgeschlossen sein. Die Kapazitäten reichten auch noch aus, wenn Böhmfeld im
Laufe der kommenden Jahrzehnte einmal 3.000 Einwohner zählen sollte,
versicherte Ostermeier.

Dem raschen Einwohnerwachstum in den achtziger und neunziger Jahren solle
nun eine Verlangsamung folgen, gab der Bürgermeister zu verstehen. Um vor allem
den Baulandbedarf der einheimischen Bevölkerung zu decken, stehe dafür - wenn
die Schlüsselfrage wegen einer benachbarten Tierhaltung gelöst und die Beplanung
abgeschlossen ist - das Baugebiet Nr. 9 "Ziegelstadelweg" zur Verfügung.

"Wir belasten kommende Generationen nicht mit Schulden", versprach Alfred
Ostermeier. Trotz der umfassenden Maßnahmen der letzten Jahre im
zweistelligen Millionenbereich habe Böhmfeld heute eine Pro-Kopf-Verschuldung von 12 Euro.
Um die großen Investitionen in den kommenden drei Jahren für die
Abwasserentsorgung und für das neue Baugebiet finanziell unter Dach und Fach
bringen zu können, seien kurzfristige Kreditaufnahmen notwendig, die jedoch
durch Beitragserhebungen und Bauplatzverkäufe in relativ kurzer Zeit zu
decken seien. Für die eventuelle Sanierung der Alten Schule müssten die Bürger
keinen einzigen Euro berappen, hob der Bürgermeister hervor. Die von der Kommune
erhobenen Beiträge, Gebühren und Abgaben sowie die Steuereinnahmen stünden
in keinerlei Zusammenhang mit den Instandsetzungskosten für die Alte Schule.
Zu den Maßnahmen, die der "Enkelverträglichkeit" zuzuordnen seien, zählten,
so Ostermeier weiter, die Umsetzung des Landschaftsplans mit Hilfe der
Ortsgruppe des Bundes Naturschutz, die Beweidung der Magerrasen, die Förderung und
Forcierung der Solar- und Photovoltaikanlagen sowie der
Regenwasserzisternen, das Anlegen einer weiteren Streuobstwiese an der Gaimersheimer Straße und die nachhaltige Bewirtschaftung und Aufforstung des Gemeindewaldes mit
Laubbäumen im Zusammenwirken mit dem staatlichen Forstamt Kipfenberg.

Einen wichtigen Beitrag zur Devise "Bewusst Dorf bleiben im Wandel der Zeit"
leisteten die Anfang dieses Jahres wieder aufgelebten Bebauungspläne
"Ortskern West" und "Ortskern Südost", verdeutlichte der Bürgermeister. Bei der
vierwöchigen Auslegung der Planentwürfe für die Träger öffentlicher Belange
und für die Bürgerschaft seien seitens der betroffenen Grundstücksbesitzer
sowohl positive als auch negative Stellungnahmen vorgebracht worden. Das Fazit
sei: Fast alle Eigentümer größerer Gärten im alten Dorf seien gegen ein
erweitertes Baurecht auf ihren Grundstücken. Ihnen genüge das Bauen in zweiter Reihe bis
zu einer Grundstückstiefe von 50 Metern. Nun werde sich der Gemeinderat
gründlich mit allen Stellungnahmen befassen und abwägen, was in die Pläne
eingearbeitet werde könne und was nicht.

Seit der Inbetriebnahme des Kotterhofes im Jahre 2001sei die Kultur im Dorf
auf breitere Füße gestellt worden, konstatierte Ostermeier, jedoch müsse die
Organisation der vielen verschiedenartigen Veranstaltungen auf mehr Schultern verteilt werden. Damit auch die älteren Bürgerinnen und Bürger nicht zu kurz kommen, werde heuer noch eine Art Volksmusikfestival angeboten.

Text zum Foto (Adamo):
Bürgermeister Alfred Ostermeier und die Wahlziele von SPD/FW bei der
Halbzeitbilanz: "Die Nutzung der Alten Schule, die Bebauungspläne Ortskern
und der Bebauungsplan Nr. 9 Ziegelstadelweg sind noch Knackpunkte mit besonderer
Herausforderung!"

 

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